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Corona-Krise: Die aktuellen Liquiditätshilfen im Überblick

© Corona Borealis Studio / Shutterstock

Unterbrochene Lieferketten, vorübergehend eingestellte Produktionen, drohende Liquiditätsengpässe bis hin zu einer gravierenden finanziellen Schieflage: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nehmen für wachsende Bereiche der Wirtschaft eine brisante Entwicklung. Es ist bereits absehbar, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten noch zuspitzen wird.

    Liquiditätsbremse Corona: Welche Maßnahmen Sie als Steuer- oder Finanzverantwortlicher jetzt treffen sollten, erfahren Sie hier!

    Die Bundesregierung hat neben einem erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld insbesondere auch Liquiditätshilfen für solche Unternehmen und Branchen angekündigt, die in besonderer Weise von den Auswirkungen des Coronavirus betroffenen sind.
    Es geht insbesondere um folgende Maßnahmen:

    1. Ausweitung der bestehenden Förderprogramme

    • Die Bedingungen für den „ERP-Gründerkredit Universell“ für junge Unternehmen werden gelockert, indem die Haftungsfreistellungen für Betriebsmittelkredit auf bis zu 80 % erhöht werden.
    • Auch die Bedingungen für den „Kfw-Unternehmerkredit“ für etablierte Unternehmen werden gelockert. Hier werden die Haftungsfreistellungen für Betriebsmittelkredite ebenfalls auf bis zu 80 % ausgeweitet. Hinzu kommt, dass jetzt auch Großunternehmen mit einem Umsatz bis zu 2 Mrd. € (bisher: 500 Mio. €) begünstigt sind.
    • Beim „Kfw-Kredit für Wachstum“ wird die Umsatzgrenze von 2 auf 5 Mrd. € erhöht. Außerdem wird er anders ausgerichtet. Er kommt künftig für Vorhaben im Wege einer Konsortialfinanzierung in Betracht. Die Beschränkung auf einen bestimmten Bereich (bisher: Innovation und Digitalisierung) entfällt.

    2. Bürgschaftsbanken

    • Angesichts der aktuell nicht verlässlich abzuschätzenden Risiken der Corona-Krise wird der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Mio. € verdoppelt. Gleichzeitig will der Bund seinen Risiko-Anteil um 10 % erhöhen. Zusätzlich wird die bisherige Obergrenze von 35 % Betriebsmittel am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken auf 50 % erhöht.
    • Besonders interessant: Die Bürgschaftsbanken können künftig bis zu einem Betrag von 250.000 € eigenständig und innerhalb von 3 Tagen über beantragte Bürgschaften entscheiden.

    3. Steuerliche Liquiditätshilfen

    • Eine Stundung fälliger Steuern kommt an sich nur in Betracht, wenn die Einziehung der Steuern „eine erhebliche Härte“ darstellt. Künftig soll eine Stundung unter erleichterten Voraussetzungen möglich sein. Das Finanzamt soll „keine strengen Anforderungen“ stellen.
    • Steuervorauszahlungen können leichter angepasst werden. Das bedeutet also insbesondere: Sie können leichter herabgesetzt werden (oder sogar ganz entfallen), sobald offensichtlich ist, dass die Einkünfte im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als bislang zu erwarten war oder womöglich gar nicht mehr erzielt werden können. Entsprechende Anträge sollen „unkompliziert und schnell“ bearbeitet werden.
    • Wer unmittelbar von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen ist, muss nicht befürchten, dass das Finanzamt ihn in dieser Situation mit der Festsetzung von Säumniszuschlägen zusätzlich belastet. Das Finanzamt verzichtet in diesen Fällen bis zum 31.12.2020 auf die Festsetzung von Säumniszuschlägen. Gleiches gilt für Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen).

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