Investitionsabzugsbetrag buchen: Wie funktioniert das?

©Alexander Limbach, Fotlia

Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags nach § 7g EstG, dürfen Sie für in der Zukunft geplante Investitionen bereits im Jahr der Planung 40% der voraussichtlichen Investitionskosten als Betriebsausgaben geltend machen. Suchen Sie nach Informationen zu „Investitionsabzugsbetrag buchen“, erhalten Sie oftmals jedoch sehr verwirrende Aussagen. Dabei ist es ganz einfach, wenn man die steuerlichen Besonderheiten kennt.

Investitionsabzugsbetrag buchen: Außerbilanzmäßige Rechengröße

Das Wichtigste, dass Sie als Unternehmer zur Thematik „Investitionsabzugsbetrag buchen“ wissen müssen: Der Investitionsabzugsbetrag, oftmals auch als IAB bezeichnet, hat in der Bilanz Ihres Unternehmens gar nichts zu suchen. Die Vergünstigung wirkt sich stets außerhalb der Bilanz gewinnmindernd/-erhöhend aus.

Investitionsabzugsbetrag am Beispiel

Wie der Investitionsabzugsbetrag im Abzugsjahr außerhalb der Bilanz gewinnmindernd geltend gemacht wird, verdeutlicht das folgende Beispiel.

Beispiel zu „Investitionsabzugsbetrag buchen“

Sie planen in zwei Jahren den Kauf einer Produktionsmaschine für 20.000 Euro (netto). Da Sie die Voraussetzungen erfüllen, dürfen Sie nach § 7g Abs. 1 EstG einen IAB in Höhe von 8.000 Euro (20.000 Euro x 40%) als Betriebsausgabe geltend machen. Bilanzieren Sie, ermitteln Sie in einem ersten Schritt den Gewinn laut Steuerbilanz – und zwar ohne Berücksichtigung des Investitionsabzugsbetrags. Von diesem Steuerbilanzgewinn ziehen Sie dann in einem zweiten Schritt außerbilanzmäßig den Investitionsabzugsbetrag ab. Was übrig bleibt, ist der zu versteuernde Gewinn.

Investitionsabzugsbetrag buchen: Erfolgsneutrale Buchung

In den meisten Buchhaltungsprogrammen finden Sie Buchungsvorschläge, wie sie den Investitionsabzugsbetrag buchen. Doch schaut man genau hin, handelt es sich bei der Kontierung um erfolgsneutrale Buchungen.

Beispiel: Investitionsabzugsbetrag buchen – aber erfolgsneutral

Sie ermitteln einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 10.000 Euro. Ihre Buchhaltungssoftware schlägt Ihnen dazu im Kontenrahmen SKR 03 folgende Buchung vor:

Konto 9970: Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EstG, außerbilanzmäßig 10.000 Euro an Konto 9971: Investitionsabzugsbetrag § 7g Abs. 1 EstG, außerbilanzmäßig 10.000 Euro

 

Es wird in diesem Beispiel zwar gebucht. Doch der Investitionsabzugsbetrag wirkt sich nicht auf die Höhe des Steuerbilanzgewinns aus, weil die Buchung erfolgsneutral ist. Erst im zweiten Schritt wird der Steuerbilanzgewinn um den Investitionsabzugsbetrag – außerbilanzmäßig gemindert.

Fazit: Zwar heißt es „Investitionsabzugsbetrag buchen“, doch die steuerliche Auswirkung des Investitionsabzugsbetrags spielt sich stets außerhalb der Buchhaltung ab.

IAB auflösen: Das sollten Unternehmer beachten

Wie sie den IAB außerbilanzmäßig auflösen, können Sie dem Beitrag „Investitionsabzugsbetrag auflösen: Wahlrechte nutzen“ entnehmen.

 

Autor: Bernhard Köstler

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