Weihnachtsgeschenke – ultimative Antworten auf Ihre Steuerfragen

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Was Sie bei der Pauschalsteuer beachten müssen

 

Frage: Bei unseren Weihnachtsgeschenken für Geschäftspartner achten wir sorgfältig auf die 35-€-Grenze. Ist es richtig, dass die Pauschalsteuer neuerdings in diese Betragsgrenze eingerechnet werden muss?

 

Antwort: Sie haben vermutlich das aufsehenerregende BFH-Urteil aus dem Frühjahr 2017 im Sinn (BFH, Urteil vom 30.3.3017, Az. IV R 13/14). Danach versteht sich die 35-€-Grenze einschließlich der auf das Geschenk entfallenden Pauschalsteuer.

Trotz dieses BFH-Urteils können Sie bei Geschenken für Geschäftspartner auch weiterhin wie folgt kalkulieren: Sie berücksichtigen ausschließlich die Kosten für das Geschenk. Die Pauschalsteuer zählt nicht mit.

Dazu verweise ich auf eine bemerkenswerte Information des Bundesfinanzministeriums aus dem Herbst 2017 (BMF, Nachricht vom 8.9.2017, ohne Aktenzeichen). Darin hat das BMF mitgeteilt, dass es das oben erwähnte BFH-Urteil im Bundessteuerblatt veröffentlicht, was kurz darauf auch geschehen ist. Damit ist das BFH-Urteil für alle Finanzämter steuerrechtlich bindend.

Gleichzeitig hat das BMF damals betont, dass die Finanzverwaltung das BFH-Urteil nicht anwenden wird, sondern weiterhin die bislang schon bestehende Vereinfachungsregelung gelten lässt. Danach ist bei der Prüfung der Freigrenze allein auf den Betrag der Zuwendung abzustellen.

 

Beispiel: Ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen schickt ein Weihnachtspräsent an ausgewählte Geschäftspartner. Dabei handelt es sich um eine Flasche Champagner. Preis: 34,50 € netto. Das Unternehmen übernimmt auch die auf das Geschenk entfallende Pauschalsteuer. Die 35-€-Grenze wird hier nicht überschritten, da dafür nur der Preis des Geschenks zählt.

 

So kalkulieren Sie mit der 35-€-Grenzen bei

Weihnachtsgeschenken für Ihre Geschäftspartner

Die Betragsgrenzen verstehen sich für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen netto
Bis 10 € Mehr als 10 bis 35 € Mehr als 35 €
Es handelt sich um sogenannte Streumittel. Ihr Unternehmen kann die Kosten für diese Geschenke als Betriebsausgaben geltend machen. Diese Geschenke sind für die Empfänger nicht steuerpflichtig Die Kosten für die Geschenke stellen Betriebsausgaben dar. Für die Empfänger sind diese Geschenke eine steuerpflichtige Betriebseinnahme.

Die Steuerpflicht der Empfänger verhindern Sie dadurch, dass Ihr Unternehmen die Geschenke mit 30 % pauschal versteuert.

Zusätzlich müssen Sie die beschenkten Geschäftspartner darüber informieren, dass Ihr Unternehmen die Steuer pauschal übernimmt.

Die Aufwendungen für diese Geschenke sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Für die Empfänger handelt es sich aber gleichwohl um steuerpflichtige Betriebseinnahmen.

Diese Steuerpflicht für Ihre Geschäftspartner entfällt, wenn Ihr Unternehmen den Wert der Geschenke mit 30 % pauschal versteuert und die Geschäftspartner entsprechend informiert.

Folge Folge Folge
Diese Geschenke sind für die Empfänger nicht steuerpflichtig. Nach der bestehenden Vereinfachungsregelung zählt für die 35-€-Grenze ausschließlich der Preis des Geschenks.

Die Pauschalsteuer wird nicht berücksichtigt (BMF, Information vom 8.9.2017 und Hinweis auf Rdnr. 25 im, BMF-Schreiben vom 19.5.2015 (Az. IV C 6 – S 2297-b/14/10001).

 

Wie Sie bei der Weihnachtsfeier mit dem 110-€-Freibetrag kalkulieren

 

Frage: Fallen Präsente, die auf einer Betriebsveranstaltung ausge­geben werden, unter den Freibetrag von 110 €?

Antwort: In die Bemessungs­grundlage für die Ermittlung des 110-€-Freibetrags fließen Zuwendun­gen mit ein, die Arbeitnehmer anläss­lich einer Betriebsveranstaltung erhal­ten (BMF, Schreiben vom 14.10.2015, Az. IV C 5 – S 2332/15/10001). Zu den Zuwendungen gehören insbe­sondere Geschenke. „Anlässlich“ einer Betriebsveranstal­tung bedeutet „nicht lediglich bei Gelegenheit“ einer Betriebsveran­staltung. Das bedeutet: Zwischen der Betriebsveranstaltung und dem Ge­schenk muss ein konkreter Zusam­menhang bestehen.

Beispiel: Die Kosten der betrieblichen Weihnachtsfeier betragen 84,50 € pro Arbeitnehmer. Anlässlich dieser Veranstaltung erhalten alle teilneh­menden Arbeitnehmer ein Präsent im Wert von 25 €. Der Zusammenhang zwischen der Weihnachtsfeier und dem Geschenk ist hier offensichtlich. Die Zuwendun­gen pro Arbeitnehmer belaufen sich also auf insgesamt 109,50 € und be­wegen sich damit noch innerhalb der 110-€-Freigrenze.

Die Finanzverwaltung lässt folgende Vereinfachungsregel zu: Geschenke, deren Wert je Arbeitnehmer 60 € nicht übersteigt, dürfen als Zuwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung in die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung des 110-€-Freibetrags einbezogen werden. Das hat das BMF in einem Schreiben an diverse Wirt­schaftsverbände betont (vom 7.12.2016, Az. IV C 5 – S 2332/15/10001). In dem oben genannten Beispiel würde also zusätzlich auch diese Vereinfachungs­regel greifen.

Achtung:

Geschenke, die Sie gemäß § 37b Abs. 1 EStG pauschalieren, sind nicht in die Berechnung der Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung einzu­beziehen.

 

Das gilt für die Verpackungs- und Versandkosten

 

Frage: Müssen die Verpa­ckungs- und Versandkosten in die 35-€-Grenze bei Weihnachtsgeschen­ken für Geschäftspartner eingerechnet werden?

Antwort: Sie berücksichtigen aus­schließlich die Kosten für das Ge­schenk. Die Verpackungs- und Ver­sandkosten für das Geschenk bleiben hier unberücksichtigt.

Das gilt übrigens nicht nur bei Weih­nachtsgeschenken, sondern generell bei jedem Geschenk für Geschäfts­partner.

Beispiel: Sie bestellen in dem On­line-Shop eines Weinhändlers Wein­präsente für ausgewählte Geschäfts­partner. Jedes einzelne Präsent liegt innerhalb der 35-€-Grenze. Allerdings berechnet der Weinhändler für Ver­packung und Versand zusätzlich pau­schal 4,90 € pro Geschenk.

 

Folge: Es ergeben sich keine steuer­lichen Auswirkungen – die Verpa­ckungs- und Versandkosten führen nicht dazu, dass die 35-€-Grenze über­schritten wird, da diese Kostenpositi­on nicht mit in die Bemessungsgrund­lage einfließt.

 

 

Autor: Redaktion

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