Zusammenfassende Meldung – ein Überblick

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Wenn Ihr Unternehmen auch im EU-Ausland geschäftlich unterwegs ist, kennen Sie den Wust an Formali­täten. Steuerlich wirkt er sich bei den monatlichen USt-Voranmeldungen, der USt-Jahreserklärung und vor allem der Zusammenfassenden Meldung (ZM) aus. Die Zuständigkeiten für die Bearbeitung dieser Erklärungen fallen auseinander:

 

  •  Die USt-Voranmeldungen und die USt-Jahreserklärung reichen Sie beim Finanzamt ein.
  •  Die ZM schicken Sie ans BZSt.

Die Finanzämter versorgen das BZSt mit weiteren Daten. Dabei handelt es sich um die Angaben zu EU-Dienst­leistungen aus den USt-Voranmeldun­gen und USt-Jahreserklärungen der Unternehmen.

 Meine Empfehlung

Gehen Sie davon aus, dass sowohl die Finanzämter bei ihren USt-Kontrollen als auch das BZSt speziell bei EU-Dienstleistungen genau hinsehen werden. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter dafür, dass bei Warenlieferungen innerhalb der EU ebenfalls wichtige Vorgaben für die ZM gelten.

 

So haben Sie die gesplitteten Meldefristen bei der ZM im Griff

Meldepflichtig sind alle Unternehmen (Ausnahme: Kleinunternehmen), die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind und innerhalb der EU grenzüberschreitend steuerfreie Warenlieferungen und/oder Lieferungen im Rahmen von innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften ausgeführt haben.

Und: In die ZM gehören auch Dienstleistungen, wenn der Leistungsempfänger in einem anderen Mitgliedstaat ansässig ist, sich der Leistungsort dort befindet, die Dienstleistung steuerpflichtig ist und der Leistungsempfänger die Steuer für diesen Umsatz schuldet. Die Meldepflicht besteht zusätzlich zu Ihren USt-Voranmeldungen.

 

Diese Abgabefrist gilt bei  Warenlieferungen

Die ZM müssen Sie bis zum 25. des Folgemonats an das BZSt übermitteln.

Beispiel: Die ZM für den Monat April erfolgt rechtzeitig, wenn sie dem BZSt bis zum 25.5.2018 vorliegt.

Ausnahme: Führen Sie Ware nur in geringer Höhe in das EU-Ausland aus, gilt weiterhin der vierteljährliche Meldezeitraum. Von geringer Höhe sind Warenlieferungen, wenn der Umsatz vierteljährlich nicht mehr als 50.000 € beträgt. Wird allerdings im Laufe eines Quartals diese 50.000-€-Grenze überschritten, sind Sie verpflichtet, eine ZM für den laufenden Kalendermonat und die ggf. bereits abgelaufenen Kalendermonate des betreffenden Kalendervierteljahrs abzugeben.

Beispiel: Im April haben Sie mit Ihren EU-Lieferungen einen Umsatz von 34.000 € erzielt, im Mai summieren sich die EU-Lieferungen auf 19.000 €. Dann überschreiten Sie bereits im Mai die 50.000-€-Grenze für das 2. Quartal 2018.

Die Folge: Bis zum 25.6.2018 muss die ZM für die Monate April und Mai beim BZSt vorliegen.

 

Diese Abgabefrist gilt bei  sonstigen Leistungen

Für innergemeinschaftliche sonstige Leistungen gilt unabhängig von der Höhe des Umsatzes generell der vierteljährliche Meldezeitraum.

Beispiel: Ihre Umsätze aus sonstigen Leistungen im 2. Quartal 2018 über­mitteln Sie dem BZSt bis 25.7.2018.

 

Meine Empfehlung

Viele Unternehmen, die ihre ZM für Warenlieferungen ohnehin monatlich abgeben müssen, würden gern auch ihre ZM für sonstige Leistungen monatlich fertigen. Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum ist das auch zulässig.

 

Beispiel zum 2. Quartal 2018:

  • Ihr Unternehmen ist verpflichtet, die ZM für Warenlieferungen monatlich abzugeben, also zum 25.5., 25.6. und 25.7. Die ZM für sonstige Leistungen im 2. Quartal ist bis zum 25.7.2018 zu fertigen.
  • Hier müssen Sie mit der ZM für sonstige Leistungen nicht bis 25.7.2018 warten, sondern können diese bereits während des laufenden Quartals monatlich zusammen mit der ZM für Warenlieferungen abgeben.

 

 

Autor: Redaktion

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