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Umsatzsteuervoranmeldung

Erbringen Sie als Unternehmer umsatzsteuerpflichtige Lieferungen oder sonstige Leistungen und sind beim Finanzamt umsatzsteuerlich nicht als Kleinunternehmer erfasst, sind Sie grundsätzlich zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet. Wie häufig diese fällig werden oder ob eine Umsatzsteuerjahreserklärung genügt, hängt unter anderem von der Umsatzsteuerzahllast des Vorjahrs ab.

Wie oft muss ich eine Umsatzsteuervoranmeldung übermitteln?

Ob das Finanzamt von Ihnen monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung erwartet, vierteljährlich oder gar nicht, hängt zum einen davon ab, wie lange Sie ihre unternehmerische Tätigkeit bereits ausüben und wie hoch die Umsatzsteuerzahllast im Vorjahr ausgefallen ist. Zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung gelten folgende Grundsätze:


  • Monatliche Umsatzsteuervoranmeldung I: Unabhängig von der Höhe der Umsätze und von der Umsatzsteuerzahllast des Vorjahrs ist die Umsatzsteuervoranmeldung im ersten und zweiten Jahr der Unternehmertätigkeit monatlich ans Finanzamt zu übermitteln.
  • Monatliche Umsatzsteuervoranmeldung II: Sind Sie bereits im dritten Jahr Ihrer unternehmerischen Tätigkeit, erwartet das Finanzamt das Formular zur Umsatzsteuervoranmeldung monatlich, wenn die Umsatzsteuerzahllast im Vorjahr mehr als 7.500 Euro betragen hat.
  • Vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung: Lag die Umsatzsteuerzahllast im Vorjahr zwischen 1.000 Euro und 7.500 Euro, erwartet das Finanzamt nur alle drei Monate die Übermittlung einer Umsatzsteuervoranmeldung.

Praxis-Tipp:

Gar keine Umsatzsteuervoranmeldung, sondern lediglich eine Umsatzsteuerjahreserklärung wird fällig, wenn die Umsatzsteuerzahllast im Vorjahr weniger als 1.000 Euro betrug.

Umsatzsteuervoranmeldung: Pflicht zur elektronischen Übermittlung

Das Formular zur Umsatzsteuervoranmeldung (auch als UStVA bezeichnet) müssen Sie als Unternehmer elektronisch ans Finanzamt übermitteln. Die Umsatzsteuervoranmeldung in Papierform ist tabu. Für die elektronisch authentifizierte Übermittlung müssen Sie sich unter www.elsteronline.de ein Zertifikat besorgen.


Praxis-Tipp:

Ausnahmsweise verzichtet das Finanzamt auf die elektronische Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung, wenn ein Unternehmer weder PC, noch Internetanschluss, noch einen Steuerberater hat. Damit das Finanzamt die Umsatzsteuervoranmeldung im Papierformular anerkennt, müssen Sie nach § 150 Abs. 8 AO einen Härtefallantrag stellen. Die Umsatzsteuervoranmeldung in Papierform nur aus Angst vor Verletzung des Steuergeheimnisses wegen der digitalen Übermittlung akzeptieren die Finanzämter nicht.


UStVA: Abgabezeitpunkte beachten

Die UStVA muss grundsätzlich bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums elektronisch ans Finanzamt übermittelt werden. Fällt der 10. auf einen Samstag, einen Sonntag oder auf einen Feiertag, verschiebt sich die Abgabefrist auf den nächsten Werktag.


Beispiel:
Sie sind zur Abgabe einer monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet. Die UStVA für den Voranmeldungszeitraum Oktober 2018 muss bis spätestens 12.11.2018 ans Finanzamt übermittelt werden, weil der 10.11.2018 auf einen Samstag fällt.

Umsatzsteuervoranmeldung: Was gehört in das Formular?

In die Umsatzsteuervoranmeldung ist die Umsatzsteuer auf in Deutschland umsatzsteuerpflichtige Lieferungen und sonstige Leistungen sowie den Eigenverbrauch einzutragen. Neben der Umsatzsteuer ist auch die Vorsteuer in dem Formular zur Umsatzsteuervoranmeldung zu erfassen. Am Jahresende müssen Sie eine Umsatzsteuerjahreserklärung beim Finanzamt einreichen. Die Summen der Umsatzsteuer und der Vorsteuer aus den Umsatzsteuervoranmeldungen ergeben im Idealfall die Beträge in der Umsatzsteuerjahreserklärung.

Praxis-Tipp:

Weichen die Beträge der Umsatzsteuerjahreserklärung erheblich von den Beträgen aus der Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen ab, wird das Finanzamt aus der Gewinnermittlung eine Umsatzsteuerverprobung vornehmen. Lassen sich die Abweichungen nicht klären, drohen Nachfragen oder schlimmstenfalls eine Umsatzsteuersonderprüfung/ Betriebsprüfung.

Dauerfristverlängerung: Legale Verzögerung der Abgabefrist für Umsatzsteuervoranmeldungen

Reichen Sie Ihre Umsatzsteuervoranmeldung zu spät beim Finanzamt ein, wird das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Um diese lästige Strafzahlung zu vermeiden, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen. Stimmt das Finanzamt diesem Antrag zu, können Sie Ihre Umsatzsteuervoranmeldung immer einen Monat später als gesetzlich vorgeschrieben ans Finanzamt übermitteln. Je nachdem, ob Sie zur monatlichen oder vierteljährigen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet sind, gelten folgende Voraussetzungen:



Monatliche Umsatzsteuervoranmeldung Vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung
Antragstellung Dauerfristverlängerung Bis spätestens 10. Februar Bis spätestens 10. April
Sondervorauszahlung 1/11 der Umsatzsteuerzahllast aus dem Vorjahr (wird mit der letzten Umsatzsteuerzahllast verrechnet. Keine Sondervorauszahlung notwendig.

Der Antrag auf Dauerfristverlängerung ist in elektronischer Form ans Finanzamt zu übermitteln.



Exkurs zur Gewinnermittlung: Umsatzsteuervorauszahlung

Die Umsatzsteuervorauszahlung aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung wird am 10. Januar des Folgejahrs fällig. Bei Ermittlung des Gewinns nach der Einnahmen-Überschussrechnung gemäß § 4 Abs. 3 EStG sind normalerweise nur abgeflossene Zahlungen bis zum 31.12. als gewinnmindernde Betriebsausgaben zu berücksichtigen. Bei der Umsatzsteuervorauszahlung aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung gilt jedoch eine Besonderheit. Es handelt sich hierbei um regelmäßig wiederkehrende Zahlungen zum Jahreswechsel. Und solche regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen werden noch im abgelaufenen Jahr als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Zahlung bis spätestens 10. Januar des Folgejahrs erfolgt.

Praxis-Tipp:

Zieht das Finanzamt die Umsatzsteuervorauszahlung aus der letzten Umsatzsteuervoranmeldung bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG im Lastschriftverfahren erst nach dem 10. Januar im Folgejahr ein – was der Regelfall sein dürfte – ist Voraussetzung für den Abzug dieser Umsatzsteuervorauszahlung als Betriebsausgabe im abgelaufenen Jahr, dass Ihr Abbuchungskonto zum 10. Januar eine ausreichende Deckung für die Abbuchung aufweist.

Autor: Bernhard Köstler

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