So gelingt Ihnen der Jahresabschluss im Handumdrehen

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Jahresabschluss im Handumdrehen

Die Aufstellung des Jahresabschlusses des abgelaufenen Jahres ist immer eine Herausforderung. Auf die laufende Buchführung des abgelaufenen Jahres müssen Sie sich jetzt verlassen können. Im Idealfall nehmen Sie noch geringe Anpassungsbuchungen vor und Ihr Jahresabschluss steht. Aber der Idealfall ist nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Damit Ihre Mitarbeiter und Sie dennoch möglichst schnell und richtig die notwendigen Abschlussarbeiten erledigen können, haben meine Redaktion und ich für Sie die nachfolgenden Checklisten und Beiträge zusammengestellt. Sie können Ihnen auch als Besprechungspunkte mit Ihrem Steuerberater dienen.

Prüfpunkt o.k. ?
Haben Sie festgelegt, welche Mitarbeiter die Arbeiten für die Abschlusserstellung erledigen?
Legen Sie fest, welche Hilfsmittel Ihren Mitarbeitern für die Aufstellung des Jahresabschlusses zur Verfügung stehen (z. B. Zugriffsrechte), und richten Sie sie ein.
Ist Ihr Unternehmen in einen Konzern eingebunden,  wird Ihr Jahresabschluss mit in den Konzernabschluss einbezogen?
Regeln Sie, welche Aufzeichnungen  Ihre Mitarbeiter und Sie über die einzelnen Erstellungsarbeiten  anfertigen und aufbewahren.
Enthält Ihr Gesellschaftsvertrag spezielle Regelungen, die von Ihnen bei der Aufstellung  des Jahresabschlusses zu beachten sind?
Sind bestimmte Regelungen aus dem Vorjahr für Ihren Jahresabschluss zu beachten?
Im Fall einer Betriebsprüfung: Liegt Ihnen der Betriebsprüfungsbericht vor, damit Sie ggf. die notwendigen Anpassungsbuchungen an das Ergebnis der Betriebsprüfung durchführen können? Falls nein, bitte umgehend besorgen.
Existiert für die Aufstellung  Ihres Jahresabschlusses eine Mustergliederung, die in Ihrem Unternehmen verbindlich vorgeschrieben ist?
Verfügen Ihre Mitarbeiter, die mit der Aufstellung  des Jahresabschlusses befasst sind, über die notwendigen theoretischen Handels- und steuerlichen Kenntnisse?
Müssen Sie bei der Aufstellung  Ihres Jahresabschlusses spezielle steuerliche Vorschriften anwenden, weil z. B. eine Auslandsbeteiligung oder eine ausländische Betriebsstätte vorliegt?
Steht Ihr Zeitplan, bis wann bestimmte Arbeiten für die Abschlusserstellung erledigt  sein müssen? Ist Ihre interne Deadline allen Mitarbeitern bekannt?
Wer kontrolliert intern Ihren Jahresabschluss? Legen Sie Personen und den voraussichtlichen  zeitlichen Rahmen fest.
Haben Sie sich bereits entschieden, welcher Prüfer bzw. welche Prüfungsgesellschaft die Jahresabschlussprüfung durchführen soll?
Haben Sie den Prüfungsauftrag  an den vorgesehenen Abschlussprüfer rechtzeitig  vor dem Bilanzstichtag erteilt, damit ein ordnungsgemäßer Ablauf der Prüfung möglich ist?

 

Fazit

Je öfter Sie ein „Kreuzchen“ bei den auf Sie zutreffenden Punkten machen können, desto eher sind Sie auf der sicheren Seite. Denken Sie auf jeden Fall daran, nach Aufstellung Ihres Jahresabschlusses und dessen Kontrolle die Buchführungsdaten festzuschreiben. Denn nur so können Sie sicherstellen, dass das Finanzamt Ihren Abschluss formal nicht beanstanden kann.

 

So einfach vermeiden Sie 3 häufige Praxisfehler

 

Fehler 1: Sind die Anlagenabgänge vollständig erfasst?

Scheidet Anlagevermögen aus Ihrem Betriebsvermögen aus, weil Sie es beispielsweise verkaufen oder privat entnehmen, müssen Sie sicherstellen, dass dieser Vorgang in Ihrem Jahresabschluss erfasst wird. Sie können davon ausgehen, dass die Betriebsprüfer Verkäufe aus Ihrem Anlagelagevermögen besonders kontrollieren. Kontrollmitteilungen für diesen Bereich sind daher Standard..

 

Mein Tipp: Sehen Sie alle Verkaufsrechnungen sowie Entnahme- und Verschrottungsbelege durch und buchen Sie ggf. nach. Anlagenabgänge setzen 2 Buchungen voraus:

 

  1. Den Buchwert des abgehenden Anlagegegenstands erfassen Sie als Aufwand, während Sie den etwaigen

 

  1. Verkaufserlös auf dem Konto „Erlöse aus Anlagenverkäufen“ erfassen.

 

Meine Empfehlung

Stellen Sie bei Ihren Abschlussarbeiten fest, dass ein Vorgang bisher nicht erfasst worden ist, holen Sie die Buchung jetzt nach. Haben Sie den Erlös auf einem anderen Erlöskonto erfasst, buchen Sie den Vorgang um und stellen Sie den Vorgang in Ihrer Buchführung richtig.

 
Fehler 2: Warenbestandsanpassungen korrekt?

Im Rahmen des Inventurabgleichs fällt Ihnen auf, dass Sie beim Warenbestand Änderungen vornehmen müssen. Änderungen beim Warenbestand erfassen Sie auf dem Konto „Bestand (Waren)“ 3980 (SKR 03) bzw. 1140 (SKR 04). Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto „Bestandsveränderungen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren“ 3960 (SKR 03) bzw. 5880 (SKR 04). Ihr Buchungssatz lautet: Bestand (Waren) an Bestandsveränderungen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren (bzw. umgekehrt bei Bestandsabbau).

Beispiel

Sie betreiben ein Sanitärunternehmen. Ihr Wirtschaftsjahr ist mit dem Kalenderjahr identisch. Sie lassen eine Inventur am 7.1.2018 durchführen und ermitteln für Ihren Warenbestand rückwirkend auf den 31.12.2017 einen Wert von 64.320 €.

Fehler 3: Sind alle Abschreibungen erfasst?

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern Ihres abnutzbaren Anlagevermögens können Sie nicht sofort als Betriebsausgaben abziehen. Diese werden vielmehr über die Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben. Die Anschaffung buchen Sie zunächst auf dem jeweiligen Anlagenkonto. Die jährliche Abschreibung buchen Sie in der Regel bei der Aufstellung des Jahresabschlusses auf das jeweilige Aufwandskonto.

 

Meine Empfehlung

Prüfen Sie, ob Sie die zutreffende Nutzungsdauer eingegeben haben. So werden beispielsweise Pkw über einen Zeitraum von 6 Jahren, Computer und Co. über 3 Jahre abgeschrieben.

 

Autor: Markus Kahr

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