Kleinbetragsrechnungen bis 250€ – achten Sie auf diese Rechnungspflichtangaben

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Die Grenze für Kleinbetragsrechnungen hat sich von 150 € auf 250 € erhöht. Das gilt rückwirkend ab 1.1.2017. Diese Regelung ist Bestandteil des Zweiten Bürokratieentlastungsgesetzes. Kleinbetragsrechnungen – sie fallen gerade auch im Zusammenhang mit Geschäftsreisen besonders häufig an – ermöglichen den Vorsteuerabzug, auch wenn sie nicht alle Pflichtangaben enthalten, die sonst für Rechnungen vorgeschrieben sind.

 

Konkret müssen Kleinbetragsrechnungen für den Vorsteuerabzug lediglich diese 5 Angaben enthalten:

  1. Vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmens
  2. Ausstellungsdatum der Rechnung
  3. Menge und Art der gelieferten Gegenstände mit handelsüblicher Bezeichnung bzw. Art und Umfang der sonstigen Leistung
  4. Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe (Angabe des Bruttoentgelts = Entgelt inkl. Umsatzsteuer)
  5. Der anzuwendende Steuersatz

Bei höheren Beträgen müssen die Rechnungen sämtliche gesetzliche Rechnungspflichtangaben enthalten. Das gilt insbesondere für den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung.

Stellt sich im Rahmen einer Betriebsprüfung oder Umsatzsteuer-Sonderprüfung heraus, dass eine Kleinbetragsrechnung die erforderlichen Angaben nicht enthält, versagt Ihnen das Finanzamt den Vorsteuerabzug rückwirkend.

Wenn Sie eine ordnungsgemäße Rechnung verspätet vorlegen, können Sie die Vorsteuer auch rückwirkend geltend machen. Es lohnt sich also, beim Aussteller der Rechnung nachzuhaken.

Achtung: Der Vorsteuerabzug geht jedoch dann endgültig verloren, wenn die fehlerhafte Rechnung nicht mehr berichtigt werden kann.

Beispiel: Insolvenz, Verkauf oder Betriebsaufgabe des leistenden Unternehmens.

Die gesetzlichen Pflichtangaben: „Große“ und „kleine“ Rechnungen im Direktvergleich
Notwendige Rechnungsangaben Rechnung

über 250€

Kleinbetragsrechnung
Vollständiger Name und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers x x
Vollständiger Name und vollständige Anschrift des Leistungsempfängers x
Steuernummer des leistenden Unternehmers oder wahlweise seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer x
Ausstellungsdatum der Rechnung x x
Fortlaufende einmalige Rechnungsnummer x –        
Menge und Art der gelieferten Gegenstände mit handelsüblicher Bezeichnung bzw. Art und Umfang der sonstigen Leistung x x
Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung, auch wenn er nicht vom Rechnungsdatum abweicht; das genaue Datum muss nicht angegeben werden, es reicht die Angabe des Monats. x –        
Entgelt (Nettobetrag) bzw. die Aufschlüsselung des Entgelts nach Steuersätzen, Hinweis auf evtl. Entgeltminderungen bzw. Steuerbefreiungen –        
Das Entgelt sowie der anzuwendende Steuersatz (7 % oder 19 %) mit üblicher Bezeichnung, z. B. MwSt. oder Umsatzsteuer; Bezeichnung „Im Betrag ist die Umsatzsteuer enthalten“ reicht nicht aus; im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt. x x
Der Betrag der Umsatzsteuer, der auf das Entgelt entfallt, oder ein Hinweis, dass eine Steuerbefreiung gilt. x –        
 Ausweis des Bruttobetrags*    x
 * Ausweis ist immer sinnvoll, auch wenn er nicht erforderlich ist

 

Autor: Redaktion

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