Geringwertige Wirtschaftsgüter: Grenzwert & Steuersparpotenzial

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Die Grenze von 410 € zzgl. Umsatzsteuer für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) ist jedem von Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Immerhin gilt diese Grenze seit nunmehr fast 50 Jahren. Nun müssen Sie und Ihre Mitarbeiter sich an einen neuen Grenzbetrag gewöhnen.

Grenze steigt von 410 auf 800 € zzgl. Umsatzsteuer

Seit dem 01.01.2018 wurde die Grenze bei GWG von 410 € auf 800 € nahezu verdoppelt. Dabei gilt der Betrag immer zzgl. Umsatzsteuer.

Diese Möglichkeiten stehen Ihnen bei beweglichen Wirtschaftsgütern seit 2018 zur Verfügung

  1. Anschaffungskosten betragen mehr als 1.000 € zzgl. Umsatzsteuer
    Ihre beweglichen Wirtschaftsgüter schreiben Sie über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ab. Weiterhin nehmen Sie sie im Anlageverzeichnis Ihres Unternehmens auf.
  2. Anschaffungskosten betragen bis zu 250 € zzgl. Umsatzsteuer
    Sie können diese Wirtschaftsgüter sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe erfassen. Eine Aufnahme in Ihr Bestandsverzeichnis ist nicht erforderlich.
  3. Anschaffungskosten betragen über 250 € bis zu 800 € zzgl. Umsatzsteuer
    Im Jahr des Zugangs Ihres GwG können Sie die Kosten sofort als Aufwand erfassen. Zusätzlich ist der Zugang des GwG in Ihrem Anlageverzeichnis aufzunehmen. Sie haben aber auch nach wie vor die Möglichkeit, die Anschaffungskosten in einen Sammelposten einzustellen. Diesen lösen Sie über einen Zeitraum von 5 Jahren jeweils mit 20 % auf. Entscheiden Sie sich für den Sammelposten, müssen Sie diese Entscheidung für alle Zugänge des Jahres 2018 einheitlich treffen. Sie können also nicht für ein Wirtschaftsgut A einen Sammelposten bilden und für B die Sofortabschreibung beanspruchen. Sie dürfen das Wirtschaftsgut auch aktivieren und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben.
  4. Anschaffungskosten betragen über 800 € bis zu 1.000 € zzgl. Umsatzsteuer
    Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihr Wirtschaftsgut zu aktivieren und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Weiterhin bleibt es Ihnen unbenommen, Ihre Wirtschaftsgüter insgesamt einem Sammelposten zuzuführen.

Beispiel

Sie erwerben im Januar 2018 zwei Wirtschaftsgüter, die jeweils eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren aufweisen. Die Anschaffungskosten betragen 700 € und 850 € zzgl. Umsatzsteuer.

Zwischen diesen Methoden müssen Sie entscheiden:

  • Möglichkeit 1: Aktivierung und Abschreibung über 10 Jahre mit jeweils 70 € und 85 € im Jahr.
  • Möglichkeit 2: Sofortabschreibung mit 700 € und Aktivierung mit jährlicher Abschreibung in Höhe von 85 €.
  • Möglichkeit 3: Sie bilden einen Sammelposten in Höhe von 1.550 € und lösen ihn über 5 Jahre mit jeweils 310 € (20 % von 1.550 €) auf.

Beispiel: iPhone X

Als Unternehmer möchten Sie sich trotz des hohen Preises das iPhone X mit 256 GB selbst schenken. Bei Ihrem abgeschlossenen Vertrag mit Smartphone kostet Ihre Zuzahlung 856,90 € (720,08 € netto zzgl. 136,82 € Umsatzsteuer). So ermitteln Sie Ihre Steuerersparnis, wenn Sie zwischen der Aktivierung des Geräts und der Sofortabschreibung entscheiden wollen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter Beispiel

Empfehlung: Im Studium hieß die Aufgabe immer, den niedrigstmöglichen Gewinn zu ermitteln, um möglichst wenig Steuern zu bezahlen. Dies erreichen Sie nur dann, wenn Sie möglichst hohe Abschreibungsbeträge in Anspruch nehmen können. Setzen Sie daher auf die Sofortabschreibung.

Autor: Markus Kahr

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