Geldwerter Vorteil Firmenwagen: Steuerspielregeln im Überblick

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Vereinbaren Sie mit einem Mitarbeiter Ihres Unternehmens, dass dieser einen betrieblichen Firmenwagen privat und beruflich nutzen darf, ist auch stets das Finanzamt mit von der Partie. Denn es entsteht ein geldwerter Vorteil für den Mitarbeiter, der in dessen Lohnabrechnung wie Arbeitslohn zu besteuern ist. Hier die wichtigsten steuerlichen Grundlagen zur Besteuerung des geldwerten Vorteils für den Firmenwagen.

Was ist der geldwerte Vorteil?

Der geldwerte Vorteil bedeutet, dass ein Arbeitnehmer nicht nur seinen Arbeitslohn in Geld versteuern muss, sondern eben auch Vorteile, die ihm durch sein Arbeitsverhältnis zufließen.  Beim Firmenwagen besteht der geldwerte Vorteil darin, dass der Arbeitnehmer auf Kosten seines Arbeitgebers privat fahren kann, dass er keine Werkstatt- und Benzinkosten mehr hat. Der geldwerte Vorteil beim Firmenwagen ist bei Lohnsteuerprüfungen des Finanzamts generell ein Prüfungsschwerpunkt.

Wann ist ein geldwerter Vorteil „Firmenwagen“ zu besteuern?

Ein geldwerter Vorteil beim Firmenwagen spielt in der Lohnabrechnung immer dann eine Rolle, wenn der Arbeitnehmer

  • den Firmenwagen auch zu Privatfahrten nutzen darf oder
  • wenn er den Firmenwagen zu Fahrten zwischen seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte bei seinem Arbeitgeber verwendet.
Geldwerter Vorteil berechnen: So funktioniert es

Der geldwerte Vorteil lässt sich nach zwei verschiedenen Methoden berechnen: Entweder nach der so genannten 1%-Regelung oder nach der Fahrtenbuchmethode. Arbeitnehmer können sich für die Methode entscheiden, bei denen der geldwerte Vorteil für sie am geringsten ausfällt. Nutzt ein Arbeitnehmer seinen Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, kann er für die Fahrtkosten in seiner Einkommensteuererklärung in Anlage N einen Werbungskostenabzug beantragen. Abziehbar ist die Entfernungspauschale (0,30 Euro je Kilometer für die einfache Strecke).

Rechenregeln und Beispiele zur Ermittlung des zu versteuernden geldwerten Vorteils bei Nutzung eines Firmenwagens finden Sie hier.

Praxis-Tipp: So müssen Sie den geldwerten Vorteil nicht besteuern

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich die Besteuerung eines geldwerten Vorteils verhindern lässt, wenn der Arbeitgeber beispielsweise ein striktes Privatnutzungsverbot ausspricht und dieses auch überwacht oder wenn der Arbeitnehmer seinen Firmenwagen jeden Tag nach der Arbeit auf dem Firmengelände abstellen und die Schlüssel abgeben muss. Einzelheiten zum Privatnutzungsverbot finden Sie auch in einem Infoschreiben des Bundesfinanzministeriums zum geldwerten Vorteil eines Firmenwagens (siehe das Schreiben, speziell Tz. 2.8 hier).

Praxis Tipp Nr. 2: Kein oder reduzierter geldwerter Vorteil bei Übernahme von Fahrzeugkosten

Doch selbst wenn ein Arbeitnehmer seinen Firmenwagen privat und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nutzt, kann es passieren, dass der geldwerte Vorteil null Euro beträgt. Das ist möglich, wenn der Arbeitnehmer arbeitsrechtlich dazu verpflichtet ist, Kosten wie Benzin oder Leasingraten für den Firmenwagen zu übernehmen. Diese Zahlungen des Arbeitnehmers mindern den ermittelten geldwerten Vorteil.

Beispiel: Geldwerter Vorteil Firmenwagen – Kleinrechnung möglich

Ein Arbeitnehmer darf einen Firmenwagen nutzen. Der ermittelte geldwerte Vorteil beträgt jährlich 3.400 Euro. Der Arbeitnehmer hat nachweislich Benzinkosten in Höhe von 3.800 Euro selbst getragen. Folge: Es wird hier kein geldwerter Vorteil versteuert. Die Überzahlung von 400 Euro (geldwerter Vorteil Firmenwagen 3.400 Euro abzgl. selbst getragene Benzinkosten 3.800 Euro) reduzieren den Arbeitslohn jedoch nicht und dürfen vom Arbeitnehmer auch nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden.

 

Autor: Bernhard Köstler

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