Firmenwagen 2019: Fiskus fördert Elektrofahrzeuge

© mmphoto, Fotolia

Liebäugeln Sie schon lange mit dem Kauf eines Elektro- oder eines Hybrid-Elektrofahrzeugs für Ihren Fuhrpark? Dann lohnt sich der Kauf eines solchen Firmenwagens seit 1.1.2019 steuerlich. Durch eine Neuregelung zum 1.1.2019 reduziert sich der zu versteuernde Privatanteil und der zu versteuernde Korrekturbetrag für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb deutlich.

Grundzüge der Neuregelung

Im Jahressteuergesetz 2018 wurde zum 1.1.2019 folgende Neuregelung verabschiedet: Bei Kauf, Herstellung oder Leasing eines Elektro- bzw. eines Hybrid-Dienstwagens ab 1.1.2019 gelten folgende steuerliche Vergünstigungen:

  • 1%-Regelung: Wird der zu versteuernde Privatanteil nach der 1%-Regelung und der Korrekturbetrag für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte mit der 0,03%-Regelung ermittelt, reduziert sich die Bemessungsgrundlage für diese Fahrzeuge um 50%.
  • Fahrtenbuchregelung bei Kauf: Kaufen Sie einen begünstigten Dienstwagen im Jahr 2019 und führen ein Fahrtenbuch, dürfen Sie die Gesamtkosten für diesen Dienstwagen um die Hälfte der Pkw-Abschreibung reduzieren.
  • Fahrtenbuchregelung bei Leasing: Wird ein Elektro- oder ein Hybrid-Elektro-Firmenwagen 2019 geleast und Sie führen ein Fahrtenbuch, reduzieren sich die Gesamtkosten des Pkw um 50% der Leasingraten.
Praxis-Tipp

Aussagen zur Umsatzsteuer auf den Korrekturbetrag zum begünstigten Firmenwagen 2019 hat der Gesetzgeber wohl vergessen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Bemessungsgrundlage bei der Umsatzsteuer sich nicht reduziert. Bereits die bisherige ertragsteuerliche Minderung um einen pauschalen Wert für das Batteriesystems eine Elektro- bzw. Hybrid-Elektrofahrzeugs wirkte sich nicht auf die Bemessungsgrundlage bei Ermittlung der Umsatzsteuer aus (Abschnitt 15.23 Abs. 5 Nr. 1 Buchstabe a und b Umsatzsteuer-Anwendungserlass).

Bei welchem Firmenwagen profitieren Sie von der Neuregelung 2019?

Gefördert werden Firmenwagen ab 2019 durch Reduzierung der Bemessungsgrundlage bzw. durch Reduzierung der Pkw-Gesamtkosten, wenn Sie für Ihren Betrieb ein Elektro- bzw. ein extern aufladbares Hybrid-Elektrofahrzeug im Zeitfenster zwischen dem 1.1.2019 und dem 31.12.2021 anschaffen, herstellen oder leasen.

Die Neuregelung 2019 greift also nur für Firmenwagen, die eine Kohlendioxid-Emission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer haben oder deren rein elektrische Reichweite mindestens 40 Kilometer beträgt (Fahrzeuge im Sinne von § 3 Abs. 2 Nr. 1 oder Nr. 2 Elektromobilitätsgesetz).

Beispiel: Sie sind umweltbewusst und nutzen deshalb in Ihrem Betrieb einen Elektro-Firmenwagen, der die geforderten Merkmale für eine Förderung ab 2019 erfüllt. Der Kauf dieses E-Autos erfolgte a) Ende Dezember 2018 oder b) Anfang Januar 2019.

 

Variante a: Kauf 2018 Variante b: Kauf 2019
Neuregelung für Firmenwagen 2019 Greift nicht, da Kauf vor dem 1.1.2019 Greift, weil Kauf ab dem 1.1.2019

 

Praxis-Tipp

Die Neuregelung mit der Reduzierung der Bemessungsgrundlage bzw. der Gesamtkosten für Firmenwagen ab 2019 gilt übrigens auch bei der Lohnsteuer, wenn Sie einem Mitarbeiter ein Elektro- bzw. Hydrid-Elektrofahrzeug zur Nutzung überlassen. Hier lässt das BMF eine Ausnahme zu. Selbst wenn der Wagen bereits vor 2019 gekauft, hergestellt oder geleast wurde, profitiert Ihr Arbeitnehmer bei erstmaliger Gestellung des Firmenwagens ab 2019 lohnsteuerlich von der Neuregelung. Einzige Voraussetzung: Das vor 2019 gekaufte, hergestellte oder geleaste Fahrzeug darf erstmals in 2019 von einem Arbeitsnehmer als Firmenwagen genutzt werden (BMF v. 19.12.2018 – IV C 5 – S 2334/14/10002-07).

 

Beispiel: Sie haben 2018 ein Elektrofahrzeug für Ihren Betrieb gekauft. Das Fahrzeug wurde a) bisher nur von Ihnen als Unternehmer genutzt oder b) einem anderen Mitarbeiter als Dienstwagen überlassen. Sie stellen diesen Firmenwagen im Januar 2019 einem neuen Mitarbeiter zur Nutzung zur Verfügung.

Variante a Variante b
Lohnsteuerliche Anwendung der Neuregelung für Firmenwagen 2019 Ja, da der Pkw vor dem 1.1.2019 noch keinem anderen Mitarbeiter zur Nutzung überlassen wurde. Nein, da der Pkw bereits vor dem 1.1.2019 einem anderen Mitarbeiter zur Nutzung überlassen wurde.

 


So wird bei der 1%-Regelung gerechnet

Nutzen Sie 2019 einen begünstigten Firmenwagen für Privatfahrten und für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb und führen kein Fahrtenbuch, wird der zu versteuernde Privatanteil sowie der Korrekturbetrag für die Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb nach der 1%-Regelung ermittelt, wobei jedoch nur vom hälftigen Bruttolistenpreis auszugehen ist.

Beispiel: Sie kaufen sich im April 2019 einen begünstigten Elektro-Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis von 60.000 Euro. Ein Fahrtenbuch führen Sie nicht. Sie nutzen diesen Firmenwagen an 20 Tagen pro Monat für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit (einfache und kürzeste Strecke 30 km). Die Umsatzsteuer wird in diesem Beispiel vernachlässigt. Entscheidend ist die Darstellung der ertragsteuerlichen Neuregelung zu einem begünstigten Firmenwagen 2019.

 

Ermittlung des Privatanteils im Vergleich zu einem Nicht-Elektro-Fahrzeug 2019

Kauf Elektro-Firmenwagen 2019 Kauf eines „normalen“ Firmenwagen 2019
Bruttolistenpreis 30.000 Euro (60.000 Euro x 50%) 60.000 Euro
Zu versteuernder Privatanteil nach 1%-Regelung pro Monat 300 Euro 600 Euro

 

Ermittlung des zu versteuernden Korrekturbetrags für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte wird zunächst ein Betrag nach der 0,03%-Regelung ermittelt. Abziehbar ist jedoch maximal die Entfernungspauschale. Der Betrag, der über der Entfernungspauschale liegt, stellt eine nicht abziehbare Betriebsausgabe dar (= Hinzurechnungsbetrag).

Kauf Elektro-Firmenwagen 2019 Kauf eines „normalen“ Firmenwagen 2019
Bruttolistenpreis 30.000 Euro (60.000 Euro x 50%) 60.000 Euro
0,03%-Regelung pro Monat 270 Euro (30.000 Euro x 0,03% x 30 km) 540 Euro (60.000 Euro x 0,03% x 30 km)
Maximal abziehbare Entfernungspauschale pro Monat 180 Euro (30 km x 20 Tage x 0,30 Euro/km) 180 Euro (30 km x 20 Tage x 0,30 Euro/km)
Differenzbetrag = Hinzurechnungsbetrag zum Gewinn pro Monat 90 Euro 360 Euro

 

Fazit: Durch die Neuregelung bei einem begünstigten Firmenwagen 2019 beträgt die Gewinnerhöhung durch die Privatnutzung des E-Autos und für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb pro Monat 390 Euro. Bei einem normalen Firmenwagen (kein Elektro- bzw. Hybrid-Elektrofirmenwagen 2019) 960 Euro pro Monat.


So wird bei der Fahrtenbuchmethode & Kauf gerechnet

Kaufen Sie 2019 einen Elektro- bzw. einen Hybrid-Elektrofirmenwagen und ermitteln den zu versteuernden Betrag für die Privatnutzung sowie den Hinzurechnungsbetrag für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte nach der Fahrtenbuchmethode, reduzieren sich die Gesamtkosten des Pkw um die Hälfte.

Beispiel: Sie kaufen im Mai 2019 einen Hybrid-Elektrofirmenwagen für 60.000 Euro. Laut Fahrtenbuch werden eine Privatnutzung von 20% und eine Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte von 12% ermittelt (einfache Strecke 20 km an 230 Tagen). Die Gesamtkosten für den Pkw betragen 16.000 Euro pro Jahr, wobei davon 6.667 Euro auf die Pkw-Abschreibung entfallen. Die Umsatzsteuer wird in diesem Beispiel vernachlässig. Entscheidend ist die Darstellung der ertragsteuerlichen Neuregelung zu einem begünstigten Firmenwagen 2019.

Ermittlung des Privatanteils im Vergleich zu einem Nicht-Elektro-Fahrzeug 2019

Kauf Elektro-Firmenwagen 2019 Kauf eines „normalen“ Firmenwagen 2019
Gesamtkosten 12.666 Euro (16.000 Euro abzgl. 50% der Abschreibung 3.334 Euro) 16.000 Euro
Zu versteuernder Privatanteil pro Jahr 2.533 Euro (12.666 Euro x 20%) 3.200 Euro (16.000 Euro x 20%)

 

Ermittlung des zu versteuernden Korrekturbetrags für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb

Für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte wird zunächst ein Betrag nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt. Abziehbar ist jedoch maximal die Entfernungspauschale. Der Betrag, der über der Entfernungspauschale liegt, stellt eine nicht abziehbare Betriebsausgabe dar (= Hinzurechnungsbetrag).

 

Kauf Elektro-Firmenwagen 2019 Kauf eines „normalen“ Firmenwagen 2019
Gesamtkosten 12.666 Euro 16.000 Euro
Betrag nach Fahrtenbuchmethode pro Jahr 1.519 Euro (12.666 Euro x 12%) 1.920 Euro (16.000 Euro x 12%)
Maximal abziehbare Entfernungspauschale pro Jahr  1.380 Euro (20 km x 230 Tage x 0,30 Euro/km) 1.380 Euro (20 km x 230 Tage x 0,30 Euro/km)
Differenzbetrag = Hinzurechnungsbetrag zum Gewinn pro Jahr 139 Euro 540 Euro

 

Fazit: Auch hier reduziert sich die Gewinnkorrektur im Vergleich zu einem herkömmlichen Firmenwagen durch den Kauf eines E-Firmenwagen ab 2019 deutlich.

Praxis-Tipp

Wird ein E-Firmenwagen 2019 geleast, mindern Sie die Gesamtkosten um 50% der Leasingzahlungen. Das Berechnungsschema ist dasselbe wie beim Kauf.

 

 

 

 

 

Autor: Bernhard Köstler

* **Selbstverständlich können Sie das E-Book zur Umsatzsteuer-Optimierung auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2019 unternehmenssteuern.de. Impressum | Datenschutz