EÜR: Gewinnermittlung für das Jahr 2018

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Seit dem Steuerjahr 2017 sind alle, die Einkünfte aus ihrer selbstständigen Tätigkeit oder aus einem Gewerbebetrieb erzielen, verpflichtet, ihren Gewinn anhand der Anlage EÜR zu ermitteln und dem Finanzamt zu erklären. Das gilt unabhängig von der Höhe der Betriebseinnahmen. Die bis 2016 geltende Befreiung für geringe Umsätze gibt es nicht mehr. Alle Freiberufler und Kleinunternehmer müssen nun das amtliche Formular ausfüllen. Bis zum 31.5.2018 erwartet das Finanzamt Ihre Einkommensteuererklärung 2017 mit der Anlage EÜR. Sie ist der wichtigste Bestandteil Ihrer Steuererklärung. Mit unseren Tipps haben Sie das schnell erledigt und sparen dabei kräftig Steuern.

Steuervorteile kreieren

Erfahrene Unternehmer wissen, wie wichtig gute Vorbereitung ist. Dies lässt sich freilich nicht nur auf einen Aspekt beschränken, sondern kann als allgemeingültige Regel betrachtet werden, die natürlich auch die Abrechnung mit dem Finanzamt anbetrifft. Daher bietet es sich an, bereits während des laufenden Jahres in dieser Richtung Vorkehrungen zu treffen. Die in vielen Augen eher lästige Pflicht kann so zu einer willkommenen Gelegenheit avancieren, von gewissen Steuervorteilen zu  profitieren, indem dem Finanzamt eine Steuerspar-Erklärung übermittelt wird. Grundsätzlich gilt: wer nicht bilanziert, erfasst seine Einnahmen in der Anlage EÜR, der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

31.7.2019 als Deadline

Dieser Tag gilt als gesetzliche Frist und Stichtag, an dem die Einkommenssteuererklärung 2018 dem Finanzamt spätestens zugegangen sein muss. Wichtig hierbei ist unter anderem, alle notwendigen Anlagen entsprechend auszufüllen und abzugeben. Dazu gehört beispielsweise die Anlage G für Gewerbetreibende oder eben die Anlage S für selbständig tätige. Kernpunkt ist hier jedoch die Anlage EÜR, in welcher der steuerpflichtige Gewinn ermittelt wird.

ACHTUNG!

Sollte sich aus welchen Gründen auch immer herauskristallisieren, dass dieser Stichtag nicht eingehalten werden kann, ist es dringend notwendig, das zuständige Finanzamt über diese Verzögerung in Kenntnis zu setzen und eine entsprechende Fristverlängerung zu beantragen. In der Regel zeigen sich die Finanzämter in einem solchen Fall durchaus kulant und geben diesem Antrag schnell und unbürokratisch statt. Sollten Sie jedoch kommentarlos die Frist überziehen, ist das Finanzamt berechtigt, einen Verspätungszuschlag festzusetzen. Dieses unnötige Risiko sollten Sie jedoch keinesfalls eingehen.

Meist reicht schon ein freundliches Telefonat zur problemlosen Fristverlängerung. Voraussetzung ist natürlich, dass ein triftiger Grund vorliegt. Dabei kann es sich beispielsweise um Dienstreisen, Arbeitsüberlastung, Krankheit oder fehlende Unterlagen handeln, die zu der Verzögerung führen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ein solcher Antrag im Zweifelsfall jedoch schriftlich erfolgen. Die alte Redewendung: “Schweigen ist Gold“ war selten so treffend, wie in diesem Zusammenhang, da das Finanzamt in der Regel nur dann schriftlich antworten wird, wenn es Ihrem Antrag nicht zustimmt. Erfolgt keine Reaktion, wird dem Antrag im Grunde stillschweigend stattgegeben.

Wie ein solcher Antrag auf Fristverlängerung aussehen könnte, möchten wir Ihnen an folgendem Beispiel veranschaulichen.

 

Mustertext Fristverlängerung

„Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich der Abgabe meiner Einkommensteuererklärung für das Jahr 2018 erbitte eine Fristverlängerung bis zum 30.9.2019. Bedauerlicherweise gestaltet es sich für mich aufgrund (hier die Gründe zum Beispiel Krankheit, fehlende Unterlagen etc.) unmöglich, die erforderlichen Unterlagen vollumfänglich bis zum 31.07.2019 einzureichen.

Mit freundlichen Grüßen,

Max Mustermann“

So erfüllen Sie Ihre Pflicht zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung

Grundsätzlich verlangt das Finanzamt die Übermittlung der Anlage EÜR 2018 auf elektronischem Wege. In der heutigen hochtechnisierten Zeit ist diese Methode nicht nur durchaus gängig, sondern auch ohne großen Aufwand zu bewältigen, da der überwiegende Teil Ihrer Korrespondenz sehr wahrscheinlich ohnehin schon über digitale Kanäle von statten geht.

In Bezug auf die Steuer gilt das besonders dann, wenn…

Sie auch Voranmeldung Ihrer Umsatzsteuer bereits auf elektronischem Wege an das Finanzamt übermitteln

Oder

Wenn Sie Ihren Ehepartner oder auch andere Mitarbeiter lohnsteuerpflichtig beschäftigen.

Nicht mehr ausfüllen, als nötig.

Viele Menschen tendieren dazu, jene Felder in betreffendem Antrag, welche auf sie nicht zutreffen, pro forma mit einem Wert von 0,00 auszufüllen. Die sehr viel bessere Lösung allerdings ist es, diese Felder einfach komplett freizulassen.

 

Ab 2018 ist die Anlage EÜR für alle Gewinnermittler, die nicht bilanzieren, Pflicht

Unterliegen Sie noch der Kleinunternehmerregelung, kamen Sie bisher um das Ausfüllen der Anlage EÜR und der elektronischen Übermittlung dieser Daten herum.

Kleinunternehmer bedeutet: Ihre Betriebseinnahmen haben im gesamten Jahr weniger als 17.500 € betragen. Diese Möglichkeit gibt es nun nicht mehr. Alle Unternehmer benötigen für das Steuerjahr 2017 nun die Anlage EÜR und müssen sie zusammen mit ihrer Einkommensteuererklärung dem Finanzamt elektronisch übermitteln.

Die Pflicht zur elektronischen Übermittlung Ihrer Steuererklärung und der Anlage EÜR sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Finanzamt kann Ihre Steuererklärung, die Sie auf Papier anfertigen und einreichen, als nicht abgegeben werten. Es kann Zwangsgelder androhen und festsetzen und Verspätungszuschläge gegen Sie verhängen. Vermehrt wird von Fällen berichtet, in denen das geschieht. Viele Steuerprogramme orientieren sich am gewohnten Aufbau und Aussehen des Papierformulars.

 

Autor: Redaktion

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