Abschreibung

Leistungsabschreibung, lineare Abschreibung, degressive Abschreibung, Einstellung in den Abschreibungspool: Leider ist es immer noch nicht einfacher geworden, sich zwischen den einzelnen Abschreibungsarten zu entscheiden. Damit Sie ggf. Ihre Anschaffungen bis zum Jahresende noch richtig planen können, informiere ich Sie ausführlich über die einzelnen Abschreibungsmöglichkeiten.

Notebook über 3 Jahre abschreiben oder sofort als Aufwand erfassen

Sie haben die Wahl, ob Sie ein neues Notebook über einen Zeitraum von 3 Jahren abschreiben oder die Kosten dafür noch in voller Höhe für das laufende Geschäftsjahr als Betriebsausgabe erfassen wollen. Natürlich ist es nicht ganz so einfach, denn im Steuerrecht gibt es immer betragsmäßige Voraussetzungen. Ich empfehle Ihnen, Ihre etwaigen Wahlrechte immer so auszuüben, dass bei Ihnen die geringstmögliche Steuerbelastung im laufenden Jahr entsteht. Was das konkret für Sie bedeutet, können Sie der folgenden Beispielrechnung entnehmen. Von diesem Grundsatz können Sie beliebig abweichen, wenn Ihnen eine andere Verteilung Ihrer Aufwendungen besser gefällt.

Wirtschaftsgüter müssen selbstständig nutzbar sein.

Abschreiben können Sie nur Wirtschaftsgüter, die sich für eine selbstständige Nutzung eignen und deren Nutzungsdauer mehr als ein Jahr beträgt. Ist dies nicht der Fall, werden sie den Einheiten zugeschlagen, zu denen sie wirtschaftlich gehören.
  • Beispiel 1: Sie erwerben am 13.10.2016 einen Laptop für 1.800 € zuzüglich Umsatzsteuer. Hierbei handelt es sich um ein selbstständig nutzbares Wirtschaftsgut, das abgeschrieben werden kann.
  • Beispiel 2: Zusammen mit dem Laptop schaffen Sie noch einen größeren Monitor samt Dockingstation für weitere 600 € zuzüglich Umsatzsteuer an. Monitor und Dockingstation sind nicht selbstständig nutzbar, da sie auf die Steuerimpulse Ihres Laptops angewiesen sind. Daher werden die Anschaffungskosten addiert. Die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung beträgt 2.400 € (1.800 € + 600 €).
  • Beispiel 3: Zusammen mit Laptop und Co erwerben Sie auch noch ein sogenanntes All-in-one-Gerät für 400 € zuzüglich Umsatzsteuer. Mit diesem Gerät können Sie drucken, scannen, kopieren und faxen. Ein Laptop ist hierfür nicht erforderlich, sodass Sie das Gerät sofort in voller Höhe als Betriebsausgabe erfassen können, da die Kosten nicht mehr als 410 € zuzüglich Umsatzsteuer betragen.

Abschreibungsmethoden

Nachdem Sie geprüft haben, ob Ihre Wirtschaftsgüter selbstständig nutzbar sind, entscheiden Sie sich für eine der nachfolgenden Abschreibungsmöglichkeiten.

Lineare Abschreibung

Das Wirtschaftsgut wird mit gleichbleibenden Beträgen abgeschrieben. Dabei ermitteln Sie die Abschreibung monatsgenau. Nur bei Anschaffungen im Januar können Sie den Jahresbetrag (12 Monate) erfassen. Die allgemeine Nutzungsdauer eines PC beträgt laut amtlicher Abschreibungstabelle (AfA) 3 Jahre.

Degressive Abschreibung

Die degressive Abschreibung wird vom jeweiligen Restbuchwert ermittelt und darf einen bestimmten Prozentsatz (25 %) nicht übersteigen. Für im Jahr 2016/2017 erworbene bewegliche Wirtschaftsgüter ist eine degressive Abschreibung nicht mehr möglich.

Sonderabschreibung

Sonderabschreibungen können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der begünstigten Wirtschaftsgüter und in den folgenden 4 Wirtschaftsjahren bis zur Höhe von insgesamt 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden. Innerhalb dieses 5-jährigen Begünstigungszeitraums können sie beliebig verteilt werden. Die Sonderabschreibung ist neben der linearen Abschreibung zulässig.

Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG stehen jedoch nur kleinen und mittleren Betrieben zu. Dazu müssen die Betriebe am Schluss des dem Jahr der Anschaffung oder Herstellung der begünstigten Wirtschaftsgüter vorangegangenen Wirtschaftsjahres die in § 7g Abs. 1 Satz 2 EStG festgelegten Größenmerkmale erfüllen. Die Regelung gilt sowohl für neue als auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter.

Für das Jahr 2018 gelten folgende Eckdaten: Das Betriebsvermögen bilanzierender, gewerblicher Betriebe und Betriebe der selbstständigen Arbeit darf 235.000 € nicht überschreiten. Der Wirtschafts- bzw. Ersatzwirtschaftswert von Betrieben der Land- und Forstwirtschaft darf nicht mehr als 125.000 € betragen. Der Gewinn vor Berücksichtigung von Investitionsabzugsbeträgen darf bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG 100.000 € nicht überschreiten.

Autor: Markus Kahr

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