Bei Vorsteuerabzug Eingangsrechnungen gewissenhaft prüfen

© fotogestoeber, Fotolia

Die vollständige Firmenadresse des Rechnungsstellers ist für Ihren Vorsteuerabzug elementar wichtig und gehört laut gesetzlicher Regelungen in jede Eingangsrechnung. Doch wie genau macht sich dies im heutigen Internet-Zeitalter bemerkbar, in dem mehr und mehr geschäftliche Prozesse online abgewickelt werden? Schließlich sind beim Vorsteuerabzug Eingangsrechnungen, die jenen Vorgaben entsprechen, auch in einer digitalisierten Welt von immenser Bedeutung.

 

Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist es, um die Vorsteuer berechnen zu können, zwingend erforderlich, dass der Liefe­rant unter der in seinen Rechnungen angegebenen Adresse wirtschaftliche Aktivitäten entfaltet.

Die BFH-Richter beziehen den EuGH in die Entscheidung um den Vorsteuerabzug ein

Steuerexperten gehen fest davon aus, dass die Finanzgerichte bis hinauf zum BFH und zum EuGH den Weg dafür frei machen, dass das Umsatzsteuerrecht an die umwälzenden Entwicklungen durch die Digitalisierung in allen Bereichen der Wirtschaft angepasst werden muss. Dem kann sich auch die Finanzverwaltung nicht verschließen, die ja sogar selbst davon profitiert (z. B. bei der digitalen Betriebsprüfung).

Diese erfreuliche Entwicklung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim Vorsteuerabzug  Rechnung und weitere elementare Punkte auch weiterhin eine zentrale Rolle in Betriebsprüfungen und USt-Sonderprüfungen spielen. Schließlich handelt es sich bei der vollständigen Adresse des Rechnungsstellers nur um eine von mehreren gesetzlichen Pflichtangaben.

Meine Empfehlung:

  • Am besten ist es, dem Finanzamt gar nicht erst einen Grund zu liefern, den Vorsteuerabzug aus Eingangsrechnungen zu streichen. Nehmen Sie die aktuelle Entwicklung zum Anlass, die Sachbearbeiter in Ihrem Unternehmen noch einmal ausdrücklich für die sorgfältige Kontrolle der Eingangsrechnungen zu sensibilisieren.
  • Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter auch daran, besser nicht darauf zu vertrauen, dass die fehlerhafte Eingangsrechnung „später immer noch berichtigt“ werden kann. Wer so argumentiert, unterliegt einem fatalen Irrtum: Berichtigungsfähig ist eine Eingangsrechnung überhaupt nur dann, wenn sie zumindest die zentralen Pflichtangaben enthält. Dabei handelt es sich um Angaben zum/zur Aussteller der Rechnung, Empfänger der Rechnung, Leistungsbeschreibung, Entgelt und gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer.
  • Stellen Sie auch sicher, dass Ihre Mitarbeiter den Zeitrahmen für die (rückwirkende) Berichtigung von Eingangsrechnungen ausschöpfen. Fehlerhafte Rechnungen können notfalls bis zum Schluss der letzten mündlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht berichtigt werden.

 

Themenbereiche Geprüft
1 Das Entgelt wird falsch oder gar nicht angegeben
2 Der Name und die Anschrift des Rechnungsempfängers fehlen.
3 Der Name und die Anschrift des Rechnungsstellers fehlen.
4 Der Rechnungssteller ist nicht identisch mit dem leistenden Unternehmer.
5 Der Steuerbetrag wird falsch aufgeführt.
6 Der Zeitpunkt der Leistung wird nicht angegeben.
7 Die im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts ist nicht berücksichtigt
8 Die Rechnung enthält einen falschen Steuersatz
9 Die Rechnung enthält keinen Steuersatz
10 Die Rechnung weist Leistungen bzw. Lieferungen aus, die gar nicht erbracht wurden
11 Die sich aus einer Berichtigung ergebenden Änderungen weist weder die Rechnung noch ein Begleitdokument aus.
12 Die Umsatzsteuernummer  oder die USt-IdNr. wird nicht mitgeteilt

 

 

 

Autor: Redaktion

* **Selbstverständlich können Sie das E-Book zur Umsatzsteuer-Optimierung auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.

Copyright © 2018 unternehmenssteuern.de. Impressum | Datenschutz